Tansania (Teil 4) von Celina Schuricht

01.08.2017 – 02.08.2017


Tag 8 — Ngorongoro Hochland

Montag 1. August

Um 08:00 Uhr starten wir die Rückfahrt zum Ngorongoro Hochland. Wieder sollte es über die staubige Piste durch die Ödnis, am Krater vorbei und durch den grünen Wald, bis nach Karatu gehen – und zwar so schnurstracks wie möglich. Das ist aber gar nicht so einfach, als plötzlich kurz vor dem Ausgang der Serengeti drei Löwinnen zum Jagen ansetzen. Wir unterbrechen unsere Fahrt und schauen gespannt zu, als sich eine Löwin ganz nah an eine Gazelle anschleicht. Kurz vor dem Absprung wird die Löwin bemerkt und die Gazelle entwischte. Kein Frühstück für die Löwinnen, dafür umso spektakulärere Fotos für uns. Die lange, besonders staubige Piste, die von der Serengeti durch das Ngorongoro Schutzgebiet führt, hält die nächste Überraschung für uns bereit. Waziri entdeckt einen Geländewagen, der sich neben der Piste im Sand eingegraben hat. Bei dem Versuch zu helfen und das Fahrzeug mit seinen verzweifelten Insassen aus dem Sand zu ziehen, graben wir uns selbst ein. Massai aus den umliegenden Dörfern eilen zu Hilfe und zwei weitere Fahrzeuge helfen uns schließlich, beide feststeckenden Geländewagen zu befreien. So wurde auch die, wegen ihrer Länge, gefürchtete Rückfahrt aus der Serengeti alles andere als langweilig. Etwas verspätet kommen wir dann im Ngorongoro Farm Haus in Karatu an. Darauf freue ich mich besonders, weil der Kontrast zu unseren vorherigen Safari-Camps so auffallend ist. Man fühlt sich wie in einem kleinen, idyllischen Dorf. Auf dem Weg zu unserem Bungalow laufen wir am großen Hauptgebäude vorbei. Hier blüht alles in bunten Farben und unterschiedlicher Blüte. Man sieht Felder auf denen noch gearbeitet und geerntet wird, eine Kaffeeplantage ist auch angelegt und viele Bäume, die Früchte tragen. Nach einer geführten Tour über das Farmgelände wissen wir über Früchte und Gemüse Bescheid, das hier angebaut und uns zu den Mahlzeiten serviert wird. Besonders interessant ist der Herstellungsprozess des Arabica Kaffees, den wir im Hauptgebäude auch gleich probieren dürfen. Unser Bungalow heißt „Pongo“, das bedeutet Adler. Es ist ein sehr geräumiges Zimmer und mit viel Geschmack eingerichtet. Am Schönsten ist der Kamin. Nach dem Abendessen kommt ein Mitarbeiter, der noch vor dem Bungalow Stöcke sammelt und uns dann den Kamin anfeuert. Es riecht nicht und es nebelt nicht. Es wird nur warm und kuschelig, wenn das Feuer prasselt. Usiku Mwema – Gute Nacht!

 

 


Tag 9 — Ngorongoro Krater

Dienstag 2. August

Morgens geht es, wie gewohnt, um 08:00 Uhr los in Richtung Ngorongoro Krater. Im Gepäck sind unsere Lunch-Pakete, die wir uns selbst zusammengestellt haben. Es regnet ein bisschen und es ist nebelig. Meine Mutter und Oma sind deshalb etwas besorgt, aber im Krater ist das nicht ungewöhnlich, also keine Sorge. Als wir in den Krater und durch die Wolkendecke fahren, können wir die ersten atemberaubenden Ausblicke ins Kraterinnere genießen. Schon von oben kann man die Tiere erkennen.  Gleich zu Beginn sehen wir – na was wohl? – ein Rudel Löwinnen. Allerdings liegen sie weit entfernt im Gras und dösen. Wir sind von der Serengeti etwas „Löwen-verwöhnt“ und fahren weiter, auf der Suche nach den Nashörnern, die unsere persönlichen „Big 5“ komplett machen würden. Im Krater beobachten wir viele große Zebra- und Gnu-Herden und fahren sogar durch Herden durch. So nah hatten wir die Tiere noch nicht vor der Kameralinse. Die Gnus bequemen sich noch nicht einmal von dem Weg, als wir angefahren kamen. Sie bleiben unbeeindruckt liegen und wir müssen sie umfahren. An einer anderen Stelle jagt eine Gruppe von Hyänen Gazellen. Das ist auch interessant anzusehen. Die Hyänen bleiben trotz beachtlicher Team-Arbeit erfolglos.

Das Tolle am Krater ist für mich, dass man die ganze Zeit Tiere sieht und sowieso gibt die umgebende Landschaft aus jeder Perspektive ein tolles Fotomotiv ab. Zum Mittagessen fahren wir an einen sehr grünen und paradiesischen See – so stellt man sich eine Oase vor. Am liebsten möchte man ins Wasser springen, wären da nicht die vielen Nilpferde und auch die kühle Temperatur. Am Nachmittag machen wir uns langsam auf den Rückweg. Leider haben wir kein Nashorn gesehen. Vielleich lag es am vielen Wind, den mögen sie nicht. Nichtsdestotrotz ist die Straße, die aus dem Krater führt, für mich ein besonderes Highlight. Der Blick in den Krater ist so überwältigend, man fühlt sich ganz klein und vergisst fast Fotos zu schießen. Schade, dass unsere Safari morgen schon wieder vorbei ist.


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